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Der Glas Goggo komplett restauriert mit neuer Sitzbank.
Hier sieht man die Rückansicht vom Glas Goggo Roller 200.

Glas Goggo 200

Glas Geschichte

 

Gegründet wurde das Unternehmen 1883 in Niederbayern, die Marke Isaria war als Landmaschinen Hersteller sehr bekannt. Ende der 40er Jahre als die Familie Glas Ihr Unternehmen von den Alliierten

 

 

zurückbekam war die Auslastung mehr als bescheiden. Auf einer Landwirtschaftsausstellung in Modena Italien konnte der Junior Chef Andreas Glas den Siegeszug der Vespa Roller in Italien beobachten und dachte sich das könnte in Deutschland auch funktionieren. In Dingolfing machte man sich sofort an die Entwicklung eines Prototypen 1951 ging dieser in Serie. Der Motor kam von ILO, ein Zweitakter mit Dreiganggetriebe und 125ccm. Der Name Goggo war schnell gefunden, es handelte sich dabei um den Kosenamen des jüngsten Sprösslings der Familie Glas. Der Goggo Roller war solide und robust gebaut, das kam im Markt gut an, der Roller war auf Anhieb ein Erfolg. Die Modelle wurden erweitert mit einem 150ccm und 200ccm Modell. Den 200er Goggo Roller gab es wahlweise mit Steib-, Kali- oder Royal Beiwagen. Zudem gab es noch Lastenroller. Von Juli 1951 bis Dezember 1952 wurden über 46 000 Roller verkauft. Der Roller war in Deutschland das Bindeglied zum Auto, bereits 1952 wurde mit der Entwicklung eines Kleinwagens begonnen. Die Rollerproduktion schuf die finanzielle Grundlage zur Autoentwicklung. Ab Februar 1955 gab es dann das Goggomobil zu kaufen. Es war ein Zweitüriges Auto mit Platz für eine vierköpfige Familie. Kosten damals 3000 DM. Ein Roller – Goggo Junior (98ccm) kostete 1955 ca. 950 DM, ein Goggo 200 Luxus mit Elektrischen Starter 1750 DM.

 

Der Kauf

 

Einen Goggo Roller zu finden ist nicht ganz so einfach, mittlerweile sind Der Goggo vor der Restaurationsie sehr selten geworden. Wir hatten Glück und sahen ein Angebot im bekannten Online Auktionshaus. Der Roller war komplett, ein zweiter Motor war dabei. Natürlich sah man auf den Bildern schon den Zustand, eine Komplette Restauration würde folgen. Der original eingebaute Motor hatte schon über 67 000 km drauf und war zerlegt. Der Kolben und Zylinder ist im miserablen Zustand, der Ersatzmotor war im guten Zustand der Kolben zeigte kaum Laufspuren. Die Sitzbank war im schlechten Zustand, diese musste neu überzogen werden. Durch einen Sturz war die rechte Seite beschädigt, zum Glück nicht so schlimm verbogen. Alles in allem konnte man nach einer gründlichen Restauration ein recht ordentliches Ergebnis erwarten. Der Preis war im Rahmen so wurde der Goggo200 gekauft und abgeholt.

 

Die Restauration

 

Bei der Ersatzteilbesorgung kann man schon mal ins Schwitzen kommen, Teile für Goggo Roller sind sehr dünn gesät. Zum Glück hatte ich vom Verkäufer eine Liste einer Interessen Gemeinschaft erhalten, mit vielen Adressen zum Bezug von Nachfertigungen und Neuteilen. Zuerst war dokumentieren des Zustands vor der Restauration angesagt, es wurden viele Fotos von den Steckachsen, Bremsen, Kabelbaum, Zündschloss usw. gemacht, welche uns beim richtigen Zusammenbau wieder einmal sehr hilfreich waren. Danach wurde der Roller zerlegt, in Einzelteile, Schrauben und Chromteile kamen zum Galvaniseur, der Rest wurde Sandgestrahlt. Rahmen, Felgen und viele weitere Kleinteile wurden Pulverbeschichtet, in Grau wie das Original. Die Blechhaut wurde von einem erfahrenen Lackierer fachmännisch instand gesetzt, es waren umfangreiche Arbeiten vom Schweißen, verzinnen und Spachtel nötig. Durch den Sturz war die komplette rechte Seite in Mitleidenschaft gezogen, der Lackierer riet uns daraufhin den Roller in Beige zu Lackieren, damals auch ein Originalfarbton. Beige würde leichte, großflächige Unebenheiten viel besser kaschieren wie schwarz. Als Neuteile waren nur die Zierteile und Verschleißteile fällig, Wie rote Käder, Trittbrettgummis, Rücklichtgummi, Goggo Emblem Bowdenzüge oder neuer Sitzbangüberzug. Die Käder gibt es neu als Meterware vom Heinkel Roller, für die Trittbrettgummis und Bullaugen aus Aluminium gibt es eine private Nachfertigung. Rücklichtgummi und Goggo Emblem gibt’s beim Händler für Goggomobil Teile, Bowdenzüge und Kette im normalen Motorradhandel der Sitzbanküberzug wurde von hiesigen Sattler gemacht. Die großen Zündkerzen M18x1,5 gibt’s übrigens noch neu beim Boschdienst. Ersatzteile für den Ilo Motor sind auch kein Problem, auch hierfür gibt’s einen Händler. Einige Lagerbüchsen mussten neu hergestellt werden, anstatt den Gummi haben wir Teflon genommen. Die Zierleisten an der Seite wurden neu aufpoliert und mit neuen Zierstreifen aus einem halbierten roten Druckluftschlauch versehen. Bei solchen Fällen sollte man Fantasie beweisen, Neuteile gibt’s hier nicht zum Kaufen. Neue Weißwandreifen von Conti, sind zwar nicht ganz billig aber super anzusehen, komplettieren den Roller. Viele Elektrische Kabel mussten neu verlegt werden, die alten waren einfach brüchig. Somit wurde Stück für Stück der Roller wieder aufgebaut. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Hier sehen Sie den Goggo Roller, als wir ihn gekauft haben. Ein Zustand, der einem wirklich Leid tun kann. Aber zum Glück haben wir das gute Stück gerettet.
Hier sieht man den Rahmen des Goggo wie er nach dem Pulverbeschichten wieder zurückgekommen ist. Einfach wie neu. Pulverbeschichten ist wirklich eine tolle Sache. Der Goggo wird es uns danken.
Der Rahmen hat hier schon die Räder erhalten. Die Reifen haben natürlich eine weiße Seitenwand. Schön langsam wird die Sache und der Roller nimmt Formen an.
Hier sieht man schon die ersten Teile der Verkleidung des Goggo. Mit Zierleisten und Linierungen. Wir sind mit der Farbe überaus zufrieden. Das erinnert uns an die gute alte Zeit.
Der Goggo Roller kurz vor der Fertigstellung. Jetzt ist das Ziel bald erreicht. Nur ein paar kleine Einstellungen am Vergaser und der letzte Schliff. Bald kann die erste Fahrt mit dem Oldtimer beginnen.
Hier sehen Sie die Gesamtansicht vom Glas Goggo Roller 200. Mit neuer Sitzbank und dem typischen Farbton. Nun ist er wieder wie neu. Aber zum fahren fast zu Schade.